Informationen zum Hotelbau in Meeschendorf

 

 Wie immer bei einem neuen Projekt, gibt es unterschiedliche Meinungen und Ansichten hierzu. Dies ist beim Hotelbau am

Meeschendorfer Strand natürlich nicht anders und das ist auch gut so!

Was jedoch schwierig ist, dass sehr unterschiedliche Behauptungen und Informationen im Raum stehen.

 

Wir als Bürgerbegehren Meeschendorfer Strand beziehen uns, sofern es Informationen zu einem bestimmten Thema gibt, auf Unterlagen aus den Bau- und Umweltausschusssitzungen, denn diese beinhalten Informationen, nach welchen die offiziellen Beschlüsse gefasst wurden und jedem auf gleicher Weise zugänglich gemacht wurden.

Im Ratssystem der Stadt Fehmarn werden diese zur Verfügung gestellt (https://stadtfehmarn.more-rubin1.de/recherche/index.php). Hier kann nach den relevanten Bau- und Umweltausschusssitzungen gefiltert werden (die folgenden Sitzungen betreffen den Hotelbau in Meeschendorf: 29.10.2019, 19.05.2020, 17.09.2020, 03.12.2020).

Fakten

Bettenanzahl

Es soll 97 Zimmer (7 im Erdgeschoss und 90 im 1/2 Geschoss) geben.

Aus den Plänen ergibt sich eine Übernachtungskapazität von mindestens 245 Personen. Die Bestandsanlage konnte 192 Personen unterbringen. Dies entspricht einer Erhöhung der Übernachtungskapazitäten von ca. 30% an diesem Standort.

Parkplätze

Aus den Plänen wird ersichtlich, dass der Investor 48 Parkplätze auf dem eigenen Gelände unterbringen kann. Zusätzlich benötigte Parkflächen sollen auf dem Öffentlichen Parkplatz am Meeschendorfer Strand genutzt werden können. Daher würde der Öffentlichkeit (Anwohner, Bürger oder auch anderen Gästen) deutlich weniger Parkraum als bisher zur Verfügung stehen. Wie viele zusätzlich benötigte Parkplätze (für alle Hotelzimmer, Mitarbeiter und externe Gäste) dies sind und wie das Konzept hierzu aussehen wird, ist nicht bekannt. Sicher ist aber, dass ein Großteil der benötigten Parkplätze nicht auf dem eigenen Gelände gestellt werden kann.

Höhen und Landschaftsbild

Der Bestandsbau hat eine Höhe von ca. 6,5 Metern (ca. 8.5 Meter NHN = über Normal Null). Der geplante Bau hat eine Höhe von 15,5 Metern (17,5 Meter NHN). Dies bedeutet eine Verdopplung der Höhe (wie auch annähernd der Geschossflächenzahl = GFZ). Das Landschaftsbild verändert sich hierdurch massiv. Am Meeschendorferstrand gibt es innerhalb der 150 Meter Küstenzone nur eingeschossige Bauten. Das Hotel soll 3,5 Geschosse bekommen.

Ganzjahres-arbeitsplätze

Es ist eine schöne Idee mit Ganzjahresarbeitsplätzen zu werben. Jedoch ist bekannt, dass ein Großteil der Ganzjahresarbeitsplätze nicht von Fehmaranern abgedeckt werden wird. Ein Großteil der Arbeitsplätze befinden sich in einem Lohnsegment, welches in der Regel nur noch von Fremdfirmen abgedeckt wird. Die IFA z.B. bekommt ihr Angebot an Ganzjahresarbeitsplätzen nicht besetzt. Wieso sollte dies also bei einem weiteren Hotel der Fall ein?


Was passiert, wenn der Bürgerentscheid erfolgreich verläuft?

Wenn der Bürgerentscheid erfolgreich verläuft und das Hotel von der Mehrheit nicht gewollt ist, so gibt es mehrere Möglichkeiten (kleinere Bauweise/Modernisierung, Upcycling der Bestandsanlage, andere Investoren mit einem anderen, sanfteren Konzept...).

Wichtig: Es wird jedoch nicht zu einer Ruine (wie am Südstrand) kommen, denn die Voraussetzungen hierfür bestehen am Meeschendorfer Strand nicht.

Bis zum 23. Juni 2021 kann noch ohne die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde im 150 Meter Gewässerschutzstreifen etwas ganz neues gebaut werden. Wenn der Bürgerentscheid positiv verläuft, würde die Untere Naturschutzbehörde eine Genehmigung geben müssen. Wie aus der nachfolgenden Stellungnahme ersichtlich wird, würde diese dem jetzigen massiven Bau nicht zustimmen, wohl aber einem sich in die Landschaft eingefügten Bau, welcher nicht so massiv ist. Nachfolgend die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde im vorzeitigen TÖB-Verfahren: Aus naturschutzfachlicher Sicht bestehen erhebliche Bedenken daran, dass sich ein Hotel in der geplanten Größenordnung und Höhe in die Umgebung und das Landschaftsbild an der Meeschendorfer Küste einfügt. Bedenken bestehen darüber hinaus, dass die vorhandene Erschließung ausreichend ist, um das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die wechselnden Hotelgäste und den Anlieferverkehr aufnehmen zu können und der vorhandene öffentliche Parkplatz für Tagesbesucher weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stehen wird".