Stellungnahmen

Es hat viele Stellungnahmen (offizielle im Bauleitverfahren, von Bürgermeisterkandidaten oder in Form von Leserbriefen...) zum Thema Hotel in Meeschendorf gegeben, die wir nachfolgend zur Verfügung stellen möchten.

 

Ausgewählte Stellungnahmen im vorläufigen TÖB (= Träger öffentlicher Belange)-Verfahren (B-Plan Nr. 179)

 

 

Die Landesplanungsbehörde (Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes SH) äußerte: "Das geplante Vorhaben unterscheidet sich deutlich von der bisher vorhandenen Nutzung. Gerade auch im Hinblick auf die geplante Höhe (max.18 Meter NHN) und die Kubatur ergeben sich große Unterschiede zu der bisher vorhandenen Erholungsstätte".

 

Die Untere Naturschutzbehörde: "Aus naturschutzfachlicher Sicht bestehen erhebliche Bedenken daran, dass sich ein Hotel in der geplanten Größenordnung und Höhe in die Umgebung und das Landschaftsbild an der Meeschendorfer Küste einfügt. Bedenken bestehen darüber hinaus, dass die vorhandene Erschließung ausreichend ist, um das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die wechselnden Hotelgäste und den Anlieferverkehr aufnehmen zu können und der vorhandene öffentliche Parkplatz für Tagesbesucher weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stehen wird".

 

Der Kreis Ostholstein (Ortsplanung & Planungsrecht) nimmt folgendermaßen Stellung: "Hinsichtlich  der  Verschattung  des  angrenzenden  Campingplatzes  wird  darauf  hingewiesen,  dass  die  bestehende  Verschattung  der  abgängigen  Bebauung  nicht  als  Begründung ausreicht. Vielmehr ist die Stadt als Plangeber angehalten dafür zu sorgen, dass die Planung außerhalb ihres Geltungsbereichs nicht zu Beeinträchtigungen führt. Dementsprechend sollte das Hotel so umgeplant werden, dass es nicht zu Verschattungen kommt.

Stellungnahmen der Bürgermeisterkandidaten von Fehmarn

Thomas Weber

Zunächst einmal darf ich Ihnen für Ihre Aktivitäten und der erfolgreichen Zulassung des Bürgerbegehrens gegen das geplante Hotel in Meeschendorf gratulieren.

Auch ich persönlich stehe dem geplanten Neubau eines Hotels in Meeschendorf sehr skeptisch, bzw, ablehnend in seiner jetzigen Planung gegenüber.

Ich persönlich strebe einen inselverträglichen Tourismus an. Dazu zählt auch, dass es keine „Bettenburgen“ an den Stränden gibt, so wie es auf anderen Inseln oder auch Urlaubsregionen der Fall ist. Tourismus ja, jedoch kein Massentourismus „auf Biegen und Brechen“.

Gegenüber anderen Inseln hat Fehmarn noch eine beschauliche und natürliche Struktur. Ein Neubau von geplanter Größe und Höhe würde nicht in das Landschaftsbild passen und dies kann und darf nicht Ziel der Politik sein.

Hinzu kommt natürlich auch die bekannteTatsache, dass es in einem 150 Meter breiten Schutzstreifen entstehen soll. Aus Gründen des Naturschutzes ist dies natürlich nicht hinnehmbar. Trotz allem Tourismus muss der Naturschutz einen hohen, wenn nicht sogar den höchsten Stellenwert einnehmen. In erster Linie natürlich für die auf der Insel lebenden Menschen, aber auch für die Urlauber, welche Ihren Urlaub in intakter Natur und Ruhe verbringen möchten. Aber wie schon erwähnt, zählt für mich vorrangig das Wohl der einheimischen Bevölkerung.

Dieses Wohl würde auch durch die teils kritische Wasserversorgung massiv gefährdet. Ein Hotel in dieser Größenordnung und dieser Dimension würde diese Gefährdung noch weiter begünstigen. Dies möchte wohl niemand von uns. Wasserknappheit hatten wir bereits mehrfach durch die langen Trockenzeiten der vergangenen Jahre.

Als Kreisvorstand und auch als Mitglied des Landesvorstands einer Umweltpartei kann ich dieses Bauvorhaben aus Umwelt- und Naturschutzgründen nicht befürworten. Bitte nehmen Sie aber zur Kenntnis, dass ich als Einzelbewerber und nicht als Vorschlag meiner Partei in die Kandidatur gehe. Trotzdem vertrete ich aber parteiunabhängig meine vorstehende persönliche Meinung zu dem Thema.

 

Gegen den Hotelneubau spricht noch ein weiterer umweltpolitischer Aspekt. Im Gegensatz zur bisherigen Nutzung des Geländes wird es mehr Individualurlauber geben, die mit größter Wahrscheinlichkeit mit den eigenen PKW anreisen. Neben den zusätzlichen Schadstoffausstößen kommt dies wegen dem erhöhten Verkehrsaufkommen auch zu einer erhöhten Lärmbelästigung. Je mehr Verkehrsbelastung, desto höher ist auch die Verkehrsgefährdung und Beeinträchtigung für andere Verkehrsteilnehmer.

Parkplatzprobleme stehen auch dem geplanten Bau entgegen. Jeder Neubau, jede ́Art von Gewerbe muss in vielen Städten entsprechend viele Stellplätze nachweisen. Diese können in der geplanten Dimension bei dem Hotelneubau wohl nicht gewährleistet werden. Auf keinen Fall darf dafür der öffentliche Parkplatz am Strand dafür abgetreten oder zur Verfügung gestellt werden.

In den Sommermonaten platzt dieser zum Teil aus allen Nähten. Tagesbesucher oder auch Einheimische werden nicht genügend Parkraum vorfinden, somit ist das Wildparken oder Parken in Meeschendorf, bzw. an der Zufahrt zum Strand vorprogrammiert. Wildparken ist an vielen Stellen auf Fehmarn den Anwohnern bereits ein Dorn im Auge, daher muss dies nicht noch durch eine Verkleinerung der zur Verfügung stehenden öffentlichen Parkplätze gefördert werden.

Fazit:

Dieser Hotelneubau ist in seiner geplanten Form unbedingt zu verhindern, ein neues Konzept zur Nutzung des Geländes muss aufgestellt werden.

Wie Sie anhand meiner Stellungnahme entnehmen können überschneidet sich meine persönliche Meinung mit vielen von Ihnen genannten Argumenten und Ansichten.

Dies hat aber nichts mit meiner Kandidatur zur Bürgermeisterwahl zu tun, denn bereits unmittelbar nach Start der Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren haben meine Familie und ich geschlossen unsere Unterschriften gegen das Projekt und für das Bürgerbegehren geleistet. Da hatte ich meine Kandidatur noch lange nicht ins Auge gefasst.

Fehmarn muss als Erholungs- und Naturinsel seine Identität und Schönheit bewahren. Im Sinne aller Bewohner und Touristen, welche natürlich immer willkommen sind, aber immer mit dem Blick auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Dies gilt aber nicht nur für den geplanten Hotelneubau in Meeschendorf, sondern für jedes geplante Projekt auf der Sonneninsel.

Ich wünsche Ihrem Bürgerbegehren alles Gute und freue mich darauf, auch zukünftig mit Ihnen im Dialog zu bleiben. Ob als gewählter Bürgermeister oder im Fall einer Nichtwahl auch als Privatmann und Kommunalpolitiker. 

Manuel von Schalscha-Ehrenfeld

Ich, als Bürgermeisterkandidat, befürworte das Bürgerbegehren gegen das geplante Hotel in Meeschendorf und stelle mich zu 100% hinter die Initiative.

 

Aus meiner Sicht ist das Hotel zu hoch, es fügt sich weder in das Landschaftsbild ein, noch sollte es erstrebenswert sein unsere Küstenlandschaft mit Hotels zuzupflastern. 

 

Darüber hinaus sind die geplanten rd. 200 Betten zu viel und die Argumentation, dass diese nicht auffallen würden, geht ins Leere. Dazu kommt die Frage, was mit dem vorhandenen Parkplatz passieren soll, dieser hat in der Saison bereits jetzt keine Kapazitäten mehr. Es steht einer Fehlplanung gleich, diesen auch noch für die Hotelgäste einzuplanen. Bereits jetzt müssen sich die Bürger Nischen zwischen den überfüllten Parkplätzen und Stränden suchen. 

 

Auch ist nicht gesichert, dass das Hotel im Winter Schließzeiten einführen wird oder den Bedarf über Zeitarbeitsfirmen deckt und somit keine festen ganzjährigen Arbeitsplätze geschaffen werden.

 

Es kann nicht das Ziel sein, unsere Insel zu einer Touristenhochburg umzugestalten. Falsch ist, dass mit dem Bürgerbegehren Investoren abgeschreckt werden. Im Gegenteil, wir öffnen den Investoren die Tür, die mit uns zusammen den Urlaubern eine erholsame Zeit „in und mit der Natur“ gewährleisten wollen. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass dieses Bürgerbegehren, wie auch das Begehren bezüglich des dm Marktes zeigt, dass erhebliche Missstände in der Kommunikation mit den Bürgern bestehen. Dieser muss ausgeräumt werden, es ist wichtig auf Augenhöhe wieder in Kontakt zu treten und gemeinsam Konzepte und Planungen zu entwickeln, die alle Interessen berücksichtigen und eine tragbare Grundlage haben. 

 

Generell sollte versucht werden,Arbeitsplätze nicht ausschließlich vom Tourismus dominieren zu lassen. Wir sind eine Insel, also sollten wir maritim denken. Z.B. schaffen Bootshallen in Nähe von Häfen, mit Gewerbeflächen für verschiedene Gewerke wie z.b. Bootsbauer, Segelmacher, Motorenbauer, Tauwerken etc. feste, saisonunabhängige Arbeitsplätze.

 

In meiner früheren Stellungnahme an das Bürgerbegehren hatte ich zunächst meine Ideen und Anregungen zu einer möglichen alternativ Gestaltung dargelegt, u.A. sollte das Hotel halb hoch gebaut werden. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass dort überhaupt kein Hotel gebaut werden sollte.

 

Ich würde mir wünschen, die Gespräche mit dem eigentlichen Eigentümer aufzunehmen und eine Verbesserung der Bestandsanlage durch einen Neubau für die gleiche Zielgruppe wie bisher, nämlich Familien und Jugendliche, zu gestalten. Auch eine Sanierung der bestehenden Bebauung könnte zielführend sein, wobei natürlich zunächst geklärt werden müsste, wieviel Sanierungsbedarf wirklich besteht und welche Möglichkeiten es gibt. Hierbei würde ich mir eine ökologisch nachhaltige Sanierung mit modernen und maritimen Ansätzen wünschen.

 

Ich möchte hier die Initiative ergreifen, denn nur ein Stillstand ist für alle Seiten keine Alternative. Ich wünsche dem Bürgerbegehren viel Erfolg und hoffe auf eine gute Lösung.


Marco Eberle

Moin liebe Macher des Bürgerbegehrens.

Vielen Dank für die Nachfrage meiner Haltung bezüglich des Projektes "Meeschendorfer Hotelbau".

Eure Initiative zeigt mir, dass es sehr wohl eine interessierte Öffentlichkeit gibt, die sich formiert und für ihre Inhalte kämpft. Soviel Engagement und Interesse an Politik wünsche ich mir grundsätzlich, auch zu allen anderen gesellschaftsrelevanten Themen. Wir brauchen Euch.

Zu Hotel Meeschendorf:

Ich habe alle Phasen des o.g. Projektes im Bauausschuss von Beginn an miterlebt und versucht zu beeinflussen.

Die erste Vorstellung des Vorhabenträgers hat uns alle im Ausschuss schwer beeindruckt. "Familienfreundlich, öfflichkeitszugänglich, gelebte soziale Verantwortung", etc... waren Stichworte, die wir von einem Investor selten gehört haben. Der erste Entwurf stieß jedoch auf ein zunehmend geteiltes Echo. "Halbe Höhe, halbe Länge" war die Forderung Einiger.

Nach Ortsbesichtigungen auf dem östlich gelegenem Nachbargrundstück und einer Visualisierung durch Familie Kleingarn, was die baulichen Wirkung eines Hotels mit dieser Massivität bedeutet, habe ich mich im Ausschuss für eine deutliche Reduzierung der Baukörper stark gemacht. Insbesondere eine Verringerung der Höhe lag mir am Herzen.

Leider habe ich im letzten Bauausschuss keine Mehrheit hinter meine Forderung vereinen können.

Sehr wohl sind mir die von euch genannten Argumente, die gegen eine Realisierung sprechen bekannt. Gerade was die Ver- und Entsorgung, Klimaneutralität und Infrastruktur angeht, ließen sich mit politischem Willen und dem Vorhabenträger sicher Lösungen finden.

Die Alternative ist, das ein energetisch fragwürdiges - wahrscheinlich durch damals verwendete übliche Baumaterialien -belastetes  kaum nutzbares Bauwerk den Meeschendorfer Strand ziert.  

 

 


Doris Klemptner

Gute Bürgerbeteiligung ist mir wichtig, daher freue ich mich über aktive Bürger*innen.
Ihr habt um eine Stellungnahme zu Eurem Bürgerbegehren gebeten. Das Thema ist sehr komplex. Ich habe mir die Mühe gemacht und mit einigen der Beteiligten und Betroffenen persönlich gesprochen. Ich habe sowohl den Landkreis als auch die JUFA angeschrieben, beim Kreis Rücksprache gehalten und die öffentlichen Protokolle sowie diverse Zeitungsartikel gelesen.

Folgende wesentliche Parameter habe ich erkannt :

  • Was passiert im schlimmsten Fall nach dem Bürgerentscheid

  • Negativer Bürgerentscheid : Es dürfte der B-Plan entsprechend umgesetzt werden

  • Positiv Bürgerentscheid: bleibt zu klären

  • Maß der baulichen Nutzung

  • Anzahl der Übernachtungsgäste / Anzahl der Betten / Definition Betten

  • Park- und Stellplatzsituation Meeschendorf

  • sonstige Faktoren

    Worst Case Szenario
    Ein Worst Case Szenario gibt es weder seitens der JUFA noch seitens des Kreis Hersfeld.
    Es ist nicht klar was passiert, wenn das Bürgerbegehren die entsprechenden Mehrheiten erhält. Hier zu sagen, die Anlage wird eine Ruine, ist genauso falsch, wie die Aussage – es wird renoviert. Ob und wie es ein Rücktrittsrecht gibt, bleibt ebenso unklar.
    Für mich ist es von hoher Bedeutung zu wissen, was mit der Anlage passiert, wenn der Bürgerentscheid positiv ausfällt.

    Bettenanzahl (ICH HABE ALLE QUELLEN DARGESTELLT)

    Quelle JUFA E-Mail auf meine Fragen an die JUFA

    „82 Zimmer für Gäste mit 170-175 Betten. Dazu kommen rund 65-70 mögliche Kinderbetten. Bei einer maximalen Auslastung rechnen wir mit einem Faktor von 0,7 bei den Kinderbetten, was bei 100%iger-Vollbelegung bedeuten würde, dass wir von rund 170 Erwachsenen und rund 50 Kindern sprechen“ (Rechnerisch also 220 Betten für Gäste)

    Die Mitarbeiterwohnung und die Wohnung der Hoteldirektion ist nicht berücksichtigt in der Bettenanzahl

Quelle: Interessenbekundungsverfahren

Im Interessenbekundungsverfahren wird von 267 Übernachtungsgästen gesprochen (2.4.2019)

Quelle B-Pläne Stadt Fehmarn

Bei den Ausschüssen der Stadt Fehmarn wurden 48 Doppelzimmer, 24 Dreibettzimmer, 12 Vierbettzimmer, 4 Rollstuhlgerecht und 4 Appartements (also mind. 84 Zimmer) mit 1855 BGF (Bruttogrundfläche) vorgestellt.
Das wären 96+72+48+8+16 = 240 Betten, von denen sich 232 im Plan finden lassen.

Quelle Reporter Beilage der JUFA vom 19/20.2.2021

Im Prospekt als FT-Beilage war dann jüngst zu lesen :
82 Gästezimmer mit einem Mix aus Zimmern. 4 Einzelzimmer (4), 48 Doppelzimmer (50% = 24*2 =48) , 24 davon mit zusätzlichem Kinderbett (50%, 24*3=72) 20 Familienzimmer für 2 - 4 Personen (max. 80) sowie 10 Familieneinheiten als Zimmer mit Verbindungstür (Appartements)(40-60) zuzüglich 10 Personenzimmer.
Das wären 4+ 48+72+(80) + (40-60) macht ohne Personalzimmer = maximal 264 Gäste

4 Quellen = 4 unterschiedliche Aussagen. Was ist richtig?

Parkplatzsituation
Bei den bisherigen Projektvorstellungen im B-Plan-Verfahren sind 48 Parkplätze auf dem eigenen

Grundstück geplant.
Eine verbindliche Anzahl der notwendigen Stellplätze ist nicht festgelegt.
Vielleicht wären pro Zimmer 1 Stellplatz angemessen (das wären dann 82 Stellplätze)
Und zusätzlich sind Stellplätze für die Gastronomie erforderlich.
In der aktuellen Planung sollen ca. 50-60 Parkplätze für die Übernachtungsgäste auf öffentlichem Grund abgelöst oder sogar nachgewiesen werden.
Diese Frage soll nicht im B-Plan Verfahren sondern erst im Durchführungsvertrag geregelt werden. Ob der Öffentlichkeit, den Fehmaranern oder den Strandbesuchern Parkplätze fehlen ist nicht geklärt.

Sonstiges

  • Eine Reduzierung der Zimmerpreise für Bürger aus dem Kreis Hersfeld gibt es nicht. Es gibt

    Kontingente für die Bewohner aus Hersfeld. Das Geld aus der Pacht soll lt. JUFA vom Kreis dann

    für sozial-gebundene Verwendungen für die Zielgruppe „Fehmanrurlauber“ eingesetzt werden.

  • Wir haben aktuell keine -Bedarfsanalyse für ein Hotel.

  • Das Beherbergungskonzept der Stadt Fehmarn bezieht sich auf „Urlaub auf den Bauernhof“.

  • Mein Menschenverstand sagt mir, in der touristischen Entwicklung benötigen wir sicher eher ein

    Hotel als noch mehr WohnmobilStellplätze oder Ferienwohnungen.

  • Das Konzept der JUFA ist schlüssig. Der effektive Nutzen für Fehmarn bis auf Arbeitsplätze ist für

    mich nicht ersichtlich

  • Welche Verschattungsstudie ist richtig? JUFA oder Campingplatz

    Als Grundlage für alle politischen Entscheidungen gelten die strategischen Ziele der Stadt Fehmarn.

    Im Handlungsfeld 8 ist nachhaltiger Tourismus beschrieben, „die Stadt Fehmarn verpflichtet sich, alle Entscheidungen im Bereich „Tourismus“ nach dem Praxisleitfaden „Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus“ auszurichten.

    • Die Erwartungen der Bevölkerung kennen und einordnen

    • Transparenz bei touristischen Entscheidungen herstellen

      Die Transparenz fehlt hier insbesondere. Für mich ist unklar, wann wer einen Auftrag zur Verhandlung bekommen hat. Im JUFA Projekt erfahren wir, dass die Stadt schon vor 6 Jahren auf die JUFA zugegangen ist, im Protokoll vom 29.10.2019 ist erstmal die Rede von der Vorstellung im nichtöffentlichen Teil vom 19.09.2019. Hier würde ich mir Aufklärung wünschen.

      Daher ist es für mich nicht der richtige Weg, vermeintliche Fehlinformationen mit neuen Fehlinformationen zu begegnen. Es ist also für das Bürgerbegehren und für mich elementar und dringend erforderlich, die tatsächlichen und echten Fakten zu kennen.

      Ich habe jetzt schon in meinen Gesprächen festgestellt, daß es durchaus Möglichkeiten geben könnte, ein Hotel mit der Initiative zuzulassen, aber eben „kein Klotz“, daher ist für mich die Frage, warum wird es nicht gemeinsam gelöst. Lassen Sie doch jeweils einen Vertreter der Initiatoren JUFA, Eigentümer, Politik, Verwaltung und der Initiative Bürgerbegehren sich an einen gemeinsamen Tisch setzen. Ich bin mir sicher, man wird dann die richtige Lösung für Fehmarn treffen können. Damit die Initiative Bürgerbegehren weiß, was alle Bürger mit Ihrer Unterschrift bezwecken wollen, könnte eine Befragung von statten gehen. So was geht auch kurzfristig. Das ist lösungsorientiert im Interesse aller. 

 

Jörg Weber

Ich habe Ihre Fragen nach fachlichen Gesichtspunkten wie folgt ( nach Ihrer Fragestellung immer fett gedruckt ) beantwortet :

 

- Das Hotel ist mit bis zu 18 Metern ( über NHN ) viel zu massiv und passt sich nicht in das Landschaftsbild ein.

 

Der Entwurf des Bebauungsplans setzt für den nördlichen Gebäudeteil eine maximale Gebäudehöhe (GH) von 17,50 m ü NHN fest. Die anderen beiden Gebäudeteile (westlich und östlich) dürfen eine Gebäudehöhe von 15,70 m ü NHN nicht überschreiten.

 

- Die momentane Bestandshöhe verdoppelt sich in etwa und unterscheidet sich deutlich von der bisherigen Nutzung.

 

Die Bestandsgebäude haben nach Aktenlage eine Höhe von bis zu 7,15 m über Gelände (Angabe zur Höhe ü NHN liegt nicht vor.)

 

Der nördliche Gebäudeteil des Hotels darf eine Höhe 15,10 m über Gelände erreichen. Die anderen Gebäudeteile erreichen eine Höhe von 13,30 m über Gelände. Das Gelände muss erhöht werden, um den aktuellen Anforderungen des Hochwasserschutzes zu entsprechen (Aufenthaltsräume auf mind. 2,40 m ü NHN).

 

- Das Hotel in einem Hochwasserrisikogebiet und größtenteils innerhalb des 150 Meter Schutzstreifens entstehen soll.

 

Lage im Hochwasserrisikogebiet trifft auf die Campingplätze ebenfalls zu.

 

- Der Meeschendorfer Strand nicht zu einem weiteren touristischen Schwerpunkt der Insel ausgebaut werden soll.

 

Es handelt sich beim Meeschendorfer Strand um einen konzessionierten Strandabschnitt und damit bereits um einen touristisch bedeutsamen Standort. Dieser soll durch den behutsamen Ausbau der touristischen Infrastruktur nachhaltig gestärkt werden (vgl. Masterplan Entwicklung Küstenstreifen). Die Erschließungsstraße „Zum Meeresstrand“ ist Bestandteil des von der Politik beschlossenen Kernwegenetzes und soll ausgebaut werden (unabhängig von der Hotelplanung).

 

- Die Wasserversorgung auf Fehmarn ist bereits jetzt kritisch ist. Dazu hat sich der Wasserversorger von Fehmarn schon häufiger geäußert.

 

Bei dem Grundstück handelt es sich um einen bereits baulich genutzten und erschlossenen Standort. Das Ferienlager wurde während seiner Betriebsphase ausreichend mit Wasser versorgt. Durch die Umnutzung zu einem Familienhotel werden keine neuen Kapazitäten geschaffen.

 

- Der Klima Notstand ist ein Aspekt, den die Stadtvertreter als wichtig ansehen und der Beschluss dazu wurde gefasst, und ein Klimaschutzkonzept für die Insel wird bis Ende 2021 erarbeitet. Die Entwicklung von Fehmarn sollte sich auch jetzt schon daran ausrichten.

 

Bei dem Grundstück handelt es sich um einen bereits baulich genutzten und erschlossenen Standort. Durch die Umnutzung zu einem Familienhotel werden keine neuen Kapazitäten geschaffen. Der Vorhabenträger beabsichtigt eine Zertifizierung als fahrradfreundliches Hotel zu erlangen.

 

- Der öffentliche Parkplatz am Meeschendorfer Strand , soll vom Hotelbetreiber mit angepachtet werden und steht damit der Öffentlichkeit nur noch in einem deutlich  verringerten Umfang zur Verfügung.

 

In der touristisch relevanten Hauptsaison (Sommer) steht ein weiterer Parkplatz zur Verfügung. Die Modalitäten des Stellplatznachweises sind unter Stadt und Vorhabenträger noch nicht abschließend geklärt.

 

- Das Verkehrsaufkommen auf Grund des zusätzlichen individuellen An und Abreiseverkehrs der Hotelgäste so wie des Anlieferverkehrs würde sich dort sehr stark erhöhen.

 

Die Aussage einer sehr starken Erhöhung ist so nicht belegt. Die Anzahl der Betten wird gegenüber dem Ferienlager nicht erhöht.

 

- Der direkt angrenzende Campingplatz, der durch seine Auszeichnungen, insbesondere im Klima und Naturschutz, und weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt ist, durch Lärm-, Schatten-, und Geruchsemissionen wirtschaftlich in Gefahr gebracht würde.

Zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen ist der Einsatz von modernen Abluftanlagen im Küchentrakt des Hotels vorgesehen.

Ob ein Campingplatz von einem Hotel durch Lärm belästigt wird oder vielleicht doch umgekehrt liegt wohl eher im Auge des Betrachters.

Als Bürgermeister sehe ich aber auch die Schaffung von Ganzjahresarbeitsplätzen und die Erhöhung von Angeboten Restaurant/Cafe, Indoorspielplatz,…. welche auch von Fehmaranerinnen und Fehmaraner genutzt werden können.

Eine Erhöhung der Bettenzahl ist hier, außer in der Vor- und Nachsaison, wenn das Erholungsheim geschlossen war, nicht gegeben.

Vom Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg, Herrn Michael Koch bin ich in mehreren Gesprächen über den Sachstand informiert worden. So hat der Landkreis damals wohl entschieden, dieses Erholungsheim aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben. Damit gab es das Angebot zum „Urlaub auf Fehmarn“ des Kreises an die dortigen berechtigten Familien nicht mehr.

Nach Aussage des Landrates wurde mit dem Hotelbetreiber bei Abschluss eines Erbpachtvertages vereinbart, dass den berechtigten Familien ein Kontingent an Zimmern im Hotel vorgehalten wird.

Außerdem, so der Landrat, würde die Erbpacht eingesetzt um den berechtigten Familien den Hotelaufenthalt zu vergünstigen.

Wir sind jetzt bei einem Verfahrensstand, dass die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt über den Bau des Hotels an diesem Standort entscheiden. Diese Entscheidung gilt es nun abzuwarten und die Stadt Fehmarn wird diese Entscheidung dann, wie von den Bürgerinnen und Bürgern gewollt, umsetzen.

 


Leserbriefe (Fehmarnsches Tageblatt)